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#1
Rohkost im Alltag / Antw: Ueberlegene Veganer ?
Letzter Beitrag von thomas99 - 03. Februar 2026, 21:39:08
Hallo Susanne, hallo Lanius,

Susannes Frage

"Was meint ihr: Ist das Bedürfnis nach Fleisch am Ende vielleicht ein Indikator dafür, wie weit wir uns von einer wirklich natürlichen, kraftvollen Umgebung entfernt haben?"

Bemerkenswerte Frage! Ich werde darüber reflektieren - wenn ich etwas entdecke, schreibe ich hier.

Susanne, ich fühle mich inspiriert, deine obige Frage zu variieren, indem ich das Wort "Fleisch" durch "Erhöhung der Menge an Lebensmitteln" ersetze -  das stellt die Sinnhaftigkeit deiner Frage nicht in Frage, sondern ist als Erweiterung gemeint:

Ist das Bedürfnis, über die für den Körper erforderliche Menge hinaus noch mehr zu essen, davon abhängig, wie weit wir uns von einer wirklich natürlichen, kraftvollen Umgebung entfernt haben?

Wenn ich an einem Tag viel außer Haus war, wenn ich mich im Freien bewegt habe, wenn meine Augen in den Himmel geblickt haben, wenn ich gute Begegnungen mit Menschen hatte und mich "bereichert" fühle und auch anderen Menschen etwas geben konnte, kompensiere ich weniger mit einer "Erhöhung der Menge an Lebensmitteln".

Abendliches zu spät und zu viel essen fällt leichter "unter den Tisch"  ;)

#2
Rohkost im Alltag / Antw:Ueberlegene Veganer ?
Letzter Beitrag von Susanne - 01. Februar 2026, 21:20:00
Hallo Lanius, hallo Thomas,

vielen Dank für eure beiden Beiträge. Es ist wirklich spannend zu lesen, wenn zwei Menschen mit jeweils 30 Jahren Praxiserfahrung in der Rohkost aufeinandertreffen – das hat deutlich mehr Tiefgang als die üblichen Theorie-Debatten.

Zitat von: LaniusVerschwendung..?..oder sind die Langzeitveganer einfach gute Futterverwerter, haben ein Mikrobiom, dass sie so unterstützt. Ich glaube, es ist keine Protein- oder Fettfrage..sondern wie natürlich das Essen ist.

Lanius, dein Beispiel von Thora Sattler ist phänomenal. Es stellt das klassische Dogma der "notwendigen Proteinquellen" komplett infrage. Wenn jemand ohne Waschmaschine und mit bloßen Händen ein Haus baut, während er sich fast nur von Kokos, Nüssen und Kohl ernährt, dann zeigt das vor allem eines: Effizienz.

Meine eigene Erfahrung zum Thema "Essen für die Psyche": Ich finde Lanius' Frage nach der Psyche sehr zentral. Ich persönlich merke zum Beispiel, dass ich Fleisch brauche, um mich zu erden. Ohne tierisches Eiweiß habe ich das Gefühl, total "abzuheben" oder den Boden unter den Füßen zu verlieren. Es scheint eine energetische Komponente zu geben, die über reine Nährwerte hinausgeht: Fleisch wirkt wie ein Anker in der physischen Welt.

Das führt mich zu Thomas' Punkt:

Zitat von: ThomasDas ist für mich nicht schlüssig, denn der Mensch siedelte ursprünglich in Afrika, in wärmeren Regionen. Der Mensch lebte viel länger in Afrika als in Europa. Die Zeit in Afrika war prägender.

Thomas, diese evolutionäre Sicht ist schlüssig, aber vielleicht ist genau das der Punkt: In unserer modernen, oft sehr "kopflastigen" und unnatürlichen Welt brauchen viele von uns diese Erdung durch Fleisch, weil wir den natürlichen Bezug zur Erde (wie ihn Thora in ihrem Garten in Rumänien vielleicht noch hatte) verloren haben.

Zwei Punkte, die mir bei euch noch aufgefallen sind:

Die Qualität der Nahrung (Zuchtfrüchte vs. Wildform): Lanius, du fragtest, ob es egal ist, was man isst. Ich denke, der Unterschied liegt in der Information der Nahrung. Unsere heutigen Zuchtfrüchte sind oft auf Zucker und Wasser optimiert, während die Mineralstoffe fehlen. Wenn die Nahrung die nötige "Dichte" nicht mehr liefert, greifen wir vielleicht automatisch zum Fleisch, um dieses Defizit auszugleichen.

Die Effizienz des Mikrobioms: Vielleicht ist der Unterschied zwischen dem "Büroarbeiter" und der "Langzeit-Veganerin" tatsächlich die Fähigkeit des Körpers, Energie aus feinstofflicheren Quellen zu ziehen. Wenn das System (noch) nicht so effizient arbeitet, braucht man das Fleisch als "schweren Brennstoff", um stabil zu bleiben.

Fazit: Vielleicht können Veganer wie Thora etwas, das wir verlernt haben: Sich allein durch Pflanzenkraft so mit der Welt zu verbinden, dass sie keine zusätzliche "Erdung" durch Fleisch mehr benötigen. Für viele von uns scheint Fleisch aber nach wie vor eine notwendige Stütze zu sein, um nicht "abzuheben".

Was meint ihr: Ist das Bedürfnis nach Fleisch am Ende vielleicht ein Indikator dafür, wie weit wir uns von einer wirklich natürlichen, kraftvollen Umgebung entfernt haben?
#3
Zeitgeschehen / Antw:Das Ende einer Ära
Letzter Beitrag von thomas99 - 01. Februar 2026, 20:44:04
Für mich schwer nachzuvollziehen, warum Orkos aufgegeben hat bzw. aufgeben musste.

Es wird ein "Treuhänder" erwähnt, also kein Insovenzverwalter.

Einige Fragen, die sich stellen:

1. Wieso kann der FruchBote seit Jahren über die Runden kommen, wo doch seine Preise viel niedriger sind als die damaligen Preise von Orkos? Liegt es u. a. daran, dass die Palette bei Orkos viel größer war?

2. Hätte Orkos durch Rationalisierung bzw. Kosteneinsparungen überleben können?

3. Ist die Qualität der Lebensmittel bei Orkos höher gewesen als sie jetzt beim FruchtBoten ist?

Zu Punkt 3 folgendes Detail: Dr. Romer schrieb mal auf Nachfrage, dass der Lieferant für die getrockneten Feigen (Col de dama) derselbe sei wie bei Orkos.

Ob wir je der Wahrheit näher kommen werden?

Hat jemand Hintergrundinformation?

Thomas

PS: ich war damals über diese Nachricht geschockt, aber vor allem betrübt. Ich war seit 1993 Kunde ..

#4
Reisen, Treffen, Lebensgemeinschaften / Antw:Lebensgemeinschaft in NW-...
Letzter Beitrag von thomas99 - 01. Februar 2026, 20:28:05
Ja, Susanne, als Rohköstler hat sich Clemens Arvay nicht hervorgetan.

Ich habe ihn als integren und kompetenten Aufklärer während der Corona-Zeit geschätzt
Deshalb war ich traurig, als ich erfuhr, dass er nicht mehr am Leben ist. Laut Wikipedia Suizid.
#5
Rohkost im Alltag / Antw: Ueberlegene Veganer ?
Letzter Beitrag von thomas99 - 01. Februar 2026, 20:21:10
Grüß dich Lanius,

auf 30 Jahre Erfahrung mit ursprünglich bzw. roher Ernährung kann ich ebenfalls zurückblicken.

An deinem Beitrag gefällt mir, dass du

1. keine Behauptungen aufstellst, sondern statt dessen
2. Fragen stellst.

Ich habe auch Phasen durchlebt, in denen ich mich entweder extrem tiereiweißreich ernährt habe bzw. zu anderer Zeit lange rein pflanzlich.

Eines konnte ich als ziemlich sicher feststellen: als ich noch deutlich jünger war, konnte mein Körper Extreme leichter ertragen. Ich konnte meinem Organismus mehr zumuten. Das ist Vergangenheit.

Stimmt die aktuelle Darstellung der Menschheitsgeschichte mit Evolution über Jahrhunderttausende oder Millionen von Jahren? Falls ja, dann erscheint mir folgender Gedankengang falsch:

Homo erectus und später Homo sapiens konnten damals in Europa - notgedrungen -  nur dadurch überleben, dass sie auf die Jagd gingen und vor allem Fleisch ud Fisch aßen, vor allem im Winter. Folglich esse ich als heutiger Mensch in Europa auch vor allem tierisches Fleisch und Fisch. Das ist für mich nicht schlüssig, denn der Mensch siedelte ursprünglich in Afrika, in wärmeren Regionen. Der Mensch lebte viel länger in Afrika als in Europa. Die Zeit in Afrika war prägender. Wenn die Evolutionstheorie und die daraus abgeleitete Menschheitsgeschichte zutreffend ist.

Daraus kann ich aber nicht ableiten, dass tierisches Fleisch und Fisch generell nicht zur menschlichen Ernährung gehört.

Bei Gelegenheit schreibe ich noch mehr dazu.

Viel Grüße

Thomas

PS: Jörn hat zu diesem Thema bereits geschrieben: https://forum.rohkost-tagebuch.de/index.php?topic=49.0
#6
Rohkost im Alltag / Ueberlegene Veganer ?
Letzter Beitrag von Lanius - 22. Januar 2026, 00:08:31
WAS können Veganer, was Fleisch essende nicht können ?

Also das Fleischessende der Ueberzeugung sind, sie MUESSTEN regelmässig, gar täglich ein halbes-2 kg Fleisch essen, sonst, sonst..ja was würde sonst passieren ?

Habe in der Rohkost die letzten 30 Jahre alle Extreme erlebt: Viel Zuchtfrüchte mit viel Haustierfleisch täglich über Monate und auf der anderen Seite eine Veganerin, mit Kokosnuss als Haupt- Eiweissquelle.

Thora Sattler als Beispiel, war zwei mal bei ihr, damals noch in Rumänien:
Die konnte, musste drei Kinder damals 2008 ( seit etwa 1996 voll roh-vegan) aufziehen ohne Waschmaschine, aus tonigem Lehm hat sie ein Fundament ausgehoben und ein Haus angefangen zu bauen(ohne Hilfe) und war nicht untergewichtig.
Ihre Nahrung damals in Rumänien: Kokosnuss eben, Walnüsse im Herbst, Kohl, anderes Gemüse und auch nicht zu viel Obst.
WIE schaffte sie das alles und andere sitzen im Büro und brauchen ein Kilo Fleisch pro Tag.
Verschwendung..?..oder sind die Langzeitveganer einfach gute Futterverwerter, haben ein Mikrobiom, dass sie so unterstützt.
Ich glaube, es ist keine Protein- oder Fettfrage..sondern wie natürlich das Essen ist.
Also egal was ich esse ?

ich frage nur..

In Europa ohne Landwirtschaft war der Mensch sicher fast nur tierisch unterwegs..aber wieviel hat er zum Ueberleben benötigt ?
Essen für die Psyche auch..?
Oder nur um den Körper zusammen zu halten und Energie zu haben ?


ich frage neutral


#7
Bei mir hat sich nichts geändert, wie ich hier in meinen älteren Beiträgen nachlesen kann. :D Für kurze Zeit sind meine Zuckermengen auf deutlich unter 30 g pro Tag gerutscht (20 g z. B.), aber zumindest, wenn ich mich sportlich bewege, geht es mir mit 30 bis 40 g Zucker am Tag besser.
#8
Aktuell steht bei mir nur eine Fleischmahlzeit pro Tag auf dem Speiseplan, meist rund 300 g Rindfleisch. Die Fettmenge habe ich aufgrund einer hartnäckigen Fersenproblematik bewusst reduziert. Seit dieser Anpassung haben sich die Beschwerden deutlich gebessert, sind aber noch nicht vollständig verschwunden.

Neben dem Fleisch setze ich vor allem auf leichte, gut verträgliche Beilagen: viel grünen Salat, kleine Mengen Avocado, Gemüsefenchel und etwas Baobab-Pulver. Walnüsse esse ich derzeit nur gelegentlich und in kleinen Portionen von maximal 25 g. Einmal pro Woche baue ich zudem eine Portion Lachs ein, außerdem etwa 100 g Rinderleber für die Mikronährstoffe. Zusätzlich supplementiere ich Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und K sowie regelmäßig Glycin und Kreatin.

Mit dieser Kombination komme ich momentan gut zurecht, beobachte aber weiterhin aufmerksam, wie sich die Fersenbeschwerden entwickeln. Falls die Entwicklung weiterhin positiv bleibt, behalte ich diese Ernährungsstruktur vorerst bei.
#9
Hallo Anne,

deine Erfahrungen mit den Nüssen kann ich sehr gut nachvollziehen. Pistazien waren für mich schon immer die am besten schmeckenden und zugleich bekömmlichsten Nüsse. Das war sogar schon vor meiner Umstellung auf Rohkost so.

Was du zur unzuverlässigen Sperre bei Nüssen schreibst, kann ich nur bestätigen. Bei mir funktionierte sie auch nicht verlässlich und eine bewusste Mengenbegrenzung ist tatsächlich der einzige Weg, um ein gutes Gleichgewicht zu finden.

Mit den Kohlenhydraten habe ich kürzlich übrigens eine ähnliche Erfahrung gemacht: An einem Tag hatte ich es mit den Kakis übertrieben. Das hat mir gar nicht gut getan.  :(  Seitdem stehen sie so gut wie nicht mehr auf meinem Speiseplan, obwohl sie mir geschmacklich eigentlich sehr zusagen.

Was neben Tierischem immer noch auf meinen Speiseplan steht, sind Salate und Avocados. Das scheint zu funktionieren.  :)
#10
Ich möchte aber noch anfügen, dass sich die Pistazien offenbar positiv auf mich ausgewirkt haben. Irgendwas werden sie wohl enthalten haben, woran ein Bedarf bestand. Das alles Entscheidende ist bei Nüssen aus meiner Sicht die Mengenbegrenzung, und dass die Nüsse (im Allgemeinen) nicht als "Sattmacher" dienen dürfen, zumindest nicht als alltägliche Sattmacher, sondern eher als Snack. Leider gibt es für mich keine andere Nuss, von der man so leicht "zu viel" essen kann wie von Pistazien.