Ueberlegene Veganer ?

Begonnen von Lanius, 22. Januar 2026, 00:08:31

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Lanius

WAS können Veganer, was Fleisch essende nicht können ?

Also das Fleischessende der Ueberzeugung sind, sie MUESSTEN regelmässig, gar täglich ein halbes-2 kg Fleisch essen, sonst, sonst..ja was würde sonst passieren ?

Habe in der Rohkost die letzten 30 Jahre alle Extreme erlebt: Viel Zuchtfrüchte mit viel Haustierfleisch täglich über Monate und auf der anderen Seite eine Veganerin, mit Kokosnuss als Haupt- Eiweissquelle.

Thora Sattler als Beispiel, war zwei mal bei ihr, damals noch in Rumänien:
Die konnte, musste drei Kinder damals 2008 ( seit etwa 1996 voll roh-vegan) aufziehen ohne Waschmaschine, aus tonigem Lehm hat sie ein Fundament ausgehoben und ein Haus angefangen zu bauen(ohne Hilfe) und war nicht untergewichtig.
Ihre Nahrung damals in Rumänien: Kokosnuss eben, Walnüsse im Herbst, Kohl, anderes Gemüse und auch nicht zu viel Obst.
WIE schaffte sie das alles und andere sitzen im Büro und brauchen ein Kilo Fleisch pro Tag.
Verschwendung..?..oder sind die Langzeitveganer einfach gute Futterverwerter, haben ein Mikrobiom, dass sie so unterstützt.
Ich glaube, es ist keine Protein- oder Fettfrage..sondern wie natürlich das Essen ist.
Also egal was ich esse ?

ich frage nur..

In Europa ohne Landwirtschaft war der Mensch sicher fast nur tierisch unterwegs..aber wieviel hat er zum Ueberleben benötigt ?
Essen für die Psyche auch..?
Oder nur um den Körper zusammen zu halten und Energie zu haben ?


ich frage neutral



thomas99

#1
Grüß dich Lanius,

auf 30 Jahre Erfahrung mit ursprünglich bzw. roher Ernährung kann ich ebenfalls zurückblicken.

An deinem Beitrag gefällt mir, dass du

1. keine Behauptungen aufstellst, sondern statt dessen
2. Fragen stellst.

Ich habe auch Phasen durchlebt, in denen ich mich entweder extrem tiereiweißreich ernährt habe bzw. zu anderer Zeit lange rein pflanzlich.

Eines konnte ich als ziemlich sicher feststellen: als ich noch deutlich jünger war, konnte mein Körper Extreme leichter ertragen. Ich konnte meinem Organismus mehr zumuten. Das ist Vergangenheit.

Stimmt die aktuelle Darstellung der Menschheitsgeschichte mit Evolution über Jahrhunderttausende oder Millionen von Jahren? Falls ja, dann erscheint mir folgender Gedankengang falsch:

Homo erectus und später Homo sapiens konnten damals in Europa - notgedrungen -  nur dadurch überleben, dass sie auf die Jagd gingen und vor allem Fleisch ud Fisch aßen, vor allem im Winter. Folglich esse ich als heutiger Mensch in Europa auch vor allem tierisches Fleisch und Fisch. Das ist für mich nicht schlüssig, denn der Mensch siedelte ursprünglich in Afrika, in wärmeren Regionen. Der Mensch lebte viel länger in Afrika als in Europa. Die Zeit in Afrika war prägender. Wenn die Evolutionstheorie und die daraus abgeleitete Menschheitsgeschichte zutreffend ist.

Daraus kann ich aber nicht ableiten, dass tierisches Fleisch und Fisch generell nicht zur menschlichen Ernährung gehört.

Bei Gelegenheit schreibe ich noch mehr dazu.

Viel Grüße

Thomas

PS: Jörn hat zu diesem Thema bereits geschrieben: https://forum.rohkost-tagebuch.de/index.php?topic=49.0

Susanne

Hallo Lanius, hallo Thomas,

vielen Dank für eure beiden Beiträge. Es ist wirklich spannend zu lesen, wenn zwei Menschen mit jeweils 30 Jahren Praxiserfahrung in der Rohkost aufeinandertreffen – das hat deutlich mehr Tiefgang als die üblichen Theorie-Debatten.

Zitat von: LaniusVerschwendung..?..oder sind die Langzeitveganer einfach gute Futterverwerter, haben ein Mikrobiom, dass sie so unterstützt. Ich glaube, es ist keine Protein- oder Fettfrage..sondern wie natürlich das Essen ist.

Lanius, dein Beispiel von Thora Sattler ist phänomenal. Es stellt das klassische Dogma der "notwendigen Proteinquellen" komplett infrage. Wenn jemand ohne Waschmaschine und mit bloßen Händen ein Haus baut, während er sich fast nur von Kokos, Nüssen und Kohl ernährt, dann zeigt das vor allem eines: Effizienz.

Meine eigene Erfahrung zum Thema "Essen für die Psyche": Ich finde Lanius' Frage nach der Psyche sehr zentral. Ich persönlich merke zum Beispiel, dass ich Fleisch brauche, um mich zu erden. Ohne tierisches Eiweiß habe ich das Gefühl, total "abzuheben" oder den Boden unter den Füßen zu verlieren. Es scheint eine energetische Komponente zu geben, die über reine Nährwerte hinausgeht: Fleisch wirkt wie ein Anker in der physischen Welt.

Das führt mich zu Thomas' Punkt:

Zitat von: ThomasDas ist für mich nicht schlüssig, denn der Mensch siedelte ursprünglich in Afrika, in wärmeren Regionen. Der Mensch lebte viel länger in Afrika als in Europa. Die Zeit in Afrika war prägender.

Thomas, diese evolutionäre Sicht ist schlüssig, aber vielleicht ist genau das der Punkt: In unserer modernen, oft sehr "kopflastigen" und unnatürlichen Welt brauchen viele von uns diese Erdung durch Fleisch, weil wir den natürlichen Bezug zur Erde (wie ihn Thora in ihrem Garten in Rumänien vielleicht noch hatte) verloren haben.

Zwei Punkte, die mir bei euch noch aufgefallen sind:

Die Qualität der Nahrung (Zuchtfrüchte vs. Wildform): Lanius, du fragtest, ob es egal ist, was man isst. Ich denke, der Unterschied liegt in der Information der Nahrung. Unsere heutigen Zuchtfrüchte sind oft auf Zucker und Wasser optimiert, während die Mineralstoffe fehlen. Wenn die Nahrung die nötige "Dichte" nicht mehr liefert, greifen wir vielleicht automatisch zum Fleisch, um dieses Defizit auszugleichen.

Die Effizienz des Mikrobioms: Vielleicht ist der Unterschied zwischen dem "Büroarbeiter" und der "Langzeit-Veganerin" tatsächlich die Fähigkeit des Körpers, Energie aus feinstofflicheren Quellen zu ziehen. Wenn das System (noch) nicht so effizient arbeitet, braucht man das Fleisch als "schweren Brennstoff", um stabil zu bleiben.

Fazit: Vielleicht können Veganer wie Thora etwas, das wir verlernt haben: Sich allein durch Pflanzenkraft so mit der Welt zu verbinden, dass sie keine zusätzliche "Erdung" durch Fleisch mehr benötigen. Für viele von uns scheint Fleisch aber nach wie vor eine notwendige Stütze zu sein, um nicht "abzuheben".

Was meint ihr: Ist das Bedürfnis nach Fleisch am Ende vielleicht ein Indikator dafür, wie weit wir uns von einer wirklich natürlichen, kraftvollen Umgebung entfernt haben?
Einmal roh, immer roh 🤩

thomas99

#3
Hallo Susanne, hallo Lanius,

Susannes Frage

"Was meint ihr: Ist das Bedürfnis nach Fleisch am Ende vielleicht ein Indikator dafür, wie weit wir uns von einer wirklich natürlichen, kraftvollen Umgebung entfernt haben?"

Bemerkenswerte Frage! Ich werde darüber reflektieren - wenn ich etwas entdecke, schreibe ich hier.

Susanne, ich fühle mich inspiriert, deine obige Frage zu variieren, indem ich das Wort "Fleisch" durch "Erhöhung der Menge an Lebensmitteln" ersetze -  das stellt die Sinnhaftigkeit deiner Frage nicht in Frage, sondern ist als Erweiterung gemeint:

Ist das Bedürfnis, über die für den Körper erforderliche Menge hinaus noch mehr zu essen, davon abhängig, wie weit wir uns von einer wirklich natürlichen, kraftvollen Umgebung entfernt haben?

Wenn ich an einem Tag viel außer Haus war, wenn ich mich im Freien bewegt habe, wenn meine Augen in den Himmel geblickt haben, wenn ich gute Begegnungen mit Menschen hatte und mich "bereichert" fühle und auch anderen Menschen etwas geben konnte, kompensiere ich weniger mit einer "Erhöhung der Menge an Lebensmitteln".

Abendliches zu spät und zu viel essen fällt leichter "unter den Tisch"  ;)